Juden in Ritterhude

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Die jüdische Familie Abraham handelte sehr geschäftstüchtig mit Vieh und später auch mit Autos. 1939 verkaufte die Familie Caselitz einen alten Ford, einen sogenannten „Tinlissy“, für 350 Mark. Bereits Stunden später wurde das Auto als generalüberholt für 1 100 Mark angeboten und weiter verkauft.

Autor: Irmgard Lippert

Quelle: Irmgard Lippert im Zeitzeugen-Gespräch mit Dr. Hans-Peter Caselitz, 8. August 2007

Ein Hinweis zu “Juden in Ritterhude”

  1. Anning Lehmensiek sagt:

    Ich frage mich, welchen Informationswert diese Anekdote hat und ob sie nicht geeignet ist, Vorurteile gegenüber Juden zu verfestigen: „Juden sind geschäftstüchtig, schlitzohrig, betrügerisch“ etc. etc.

    1. Irmgard Lippert sagt:

      Sehr geehrte Frau Lehmensiek, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ja, ich gebe Ihnen recht, dass diese Aussage vom Leser aus heutiger Sicht als antisemitisch bewertet werden kann. Aus der Sicht meines Zeitzeugen ist sie jedoch eine ganz normale Feststellung, die er genauso über einen anderen Mitbürger anderen Glaubens hätte gesagt haben können. Trotz der Gleichschaltung durch die NS-Regierung gab es ja viele Menschen, die ihre humanistische Einstellung nicht verloren hatten.
      Sicher hätte diese Äußerung nicht erwähnt werden müssen. Ich habe sie jedoch ganz bewusst in meinem Text gebracht, weil sie die Normalität der geschäftlichen Beziehungen und des Umgangs miteinander vor dem Juden-Pogrom beschreibt.

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