Projekte/Stolpersteine

Das Kofferprojekt der Grundschule Ihlpohl – Eine Ausstellung der Schüler  der Grundschule   Ihlpohl im Ritterhuder Rathaus

Bereits im 11.Jahr beschäftigen sich die Grundschüler der GS Ihlpohl  mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu Demokratiebildung.

Ausgehend von der besonderen Adresse an der die Grundschule Ihlpohl liegt, wird das Denkmal in jedem Jahr als wichtige Bildungsressource in den Lehrplan integriert. Das Denkmal an der Straße „Am Denkmal“ erinnert an die 47 in beiden Weltkriegen gefallenen Ortsbewohner.

Es zeigt sich alljährlich, dass das Interesse der Kinder an der historischen Vergangenheit Deutschlands sehr groß ist. Während einer Exkursion durch die Denkmallandschaft Ritterhudes erfahren die Schüler, dass auch die Stolpersteine Denkmäler sind. Sie sind Gedenksteine an Opfer der Zeit des Nationalsozialismus, u.a. für Juden, politische Gegner, Behinderte und Homosexuelle, die unter Hitler litten.

In der jährlich stattfindenden Unterrichtseinheit bekommen die Schüler anhand von Portraits von Zeitzeugen vermittelt, was Diktatur und Krieg für den einzelnen Menschen bedeutet. Im Laufe der Arbeitsphase fällt den Schülern auf, dass ein Bezug zur heutigen Zeit geknüpft werden kann.

Was sind Gründe für Migration und wie sind die Auswirkungen für den Einzelnen und die Gesellschaft? Die Schüler versetzen sich anhand verschiedener Lebensgeschichten verfolgter in die Zeit des Nationalsozialismus im Sinne eines Perspektivwechsels in die Situation eines anderen.

Anhand von gut vorbereiteten Lehrmaterial werden verschiedene Fragen in den Fokus gerückt:

  •   Was bedeuteten die anti-jüdischen Verordnungen für das Leben und den Alltag der jüdischen Menschen?
  •   Welche heute gültigen Menschenrechte wurden den Machtmissbrauch Hitlers verletzt?
  •  Was würdest du tun, wenn du plötzlich aus deinem Heimatland flüchten müsstest?
  •  Was würdest du in deinen Koffer legen, wenn du nur wenig mitnehmen dürftest?
  •  Woran möchtest du dich erinnern?

Ausgehend von diesen Fragestellungen gestalteten die Schüler ihre individuelle Erinnerungskoffer für die jährliche Ausstellung im Rathaus Ritterhude zum Gedenken an die Reichspogromnacht.

 

 

Projekt: Stolpersteine für die Stadt Osterholz-Scharmbeck:

Im Jahr 2011 hat sich die Stadt Osterholz-Scharmbeck gegen die Verlegung von Stolpersteinen ausgesprochen. Hartmut Oberstech, der in Osterholz-Scharmbeck lebt und 2.Vorsitzender des Arbeitskreises MUNA Lübberstedt ist, hat die Stadtverwaltung, mit der Frage  nach der Verlegung von Stolpersteinen im Stadtgebiet, angeschrieben. Die Redaktion der Webseite Spurensuche unterstützt dieses Anliegen und veröffentlicht im folgenden die dazu eingehenden Stellungnahmen von Parteien, Organisationen und Einzelpersonen:

25.2.: E-Mail von Hartmut Oberstech an die Verwaltung der Stadt Osterholz-Scharmbeck und Herrn Peter von Doellen  vom Weserkurier:

Guten Tag,

Obwohl einmal in 2011 abgelehnt  wollte ich einmal anfragen , ob gerade aufgrund der aktuellen Situation in unserem Lande eine Wiederaufnahme des Verlegens von Stolpersteinen nicht machbar wäre. Zudem gibt es ja von der Stadt herausgegeben das Buch “ Jüdische Bürgerinnen und Bürger in Osterholz-Scharmbeck” . Und auch den von Schülern entwickelten Ortplan aus der Zeit der Nazi Herrschaft.In Bremen wurde eine Schule nach Frau Katz benannt. Carl Katz wurde in OHZ geboren. Alle diese Personen und Daten und Häuser sind in Vergessenheit geraten.

Ich denke man sollte die Idee der Stolpersteinverlegung in OHZ wieder aufnehmen. Was ist zu tun ?

Können Sie meine Email an die entscheidenden Stellen wie Bürgermeister / Kulturauschuss weiterleiten?

Gruss

Hartmut Oberstech

 

1.3.: E-Mail der Redaktion der Webseite Spurensuche an die im Rathaus von Osterholz-Scharmbeck vertretenen Parteien, das Kreisarchiv (mit der Bitte um Stellungnahme) und die Gruppe Spurensuche:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Freunde und Unterstützer der Webseite www.spurensuche-kreis-osterholz.de folgenden Brief hat Hartmut Oberstech vor kurzem an die  Stadtverwaltung in   Osterholz-Scharmbeck geschickt (siehe E-Mail vom 25.2).

Ich würde mich freuen wenn Sie/Ihr, dass in dem Brief geschilderte Anliegen, sprich das Verlegen von Stolpersteinen auch in Osterholz-     Scharmbeck, unterstützen würden/würdet, insbesondere unter dem Aspekt, dass gerade in der heutigen Zeit ein im Alltag sichtbares Zeichen der  Erinnerung an die Gräueltaten des NS- Regime immer wichtiger wird. Reaktionen und Anworten auf das Schreiben von Hartmut Oberstech werden auf der Webseite veröffentlicht werden.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Bannow (Historiker)

 

2.3.: E-Mail von Dr.Hellwinkel (Mitarbeiter der Stiftung Lager Sandbostel)

Lieber Herr Bannow, lieber Herr Oberstech,

ich kann Sie beide nur ermutigen, diesen Weg in Osterholz-Scharmbeck weiterzugehen. Auch in Stade wurde der Antrag zu Stolpersteinen zunächst abgelehnt, heute gehören die später dann doch auf Druck der Einwohnerschaft verlegten Stolpersteine fest zur städtischen Gedenkkultur und die Touristinformation bietet heute sogar Führungen an.Zu Osterholz-Scharmbeck möchte ich Sie im Rahmen unserer Recherchen zu den Einzelgräbern von Opfern des Stalag XB in der Elbe-Weser-Region auch noch einmal darauf hinweisen, dass die Namen der in Osterholz-Scharmbeck verstorbenen und auf dem Willehadi-Friedhof beerdigten Zwangsarbeiter zwar mit Gräberliste bekannt sind (siehe Anlage), die auf dem Gräberfeld liegenden Steinplatten enthalten jedoch nur die Namen russsicher Kriegsgefangener des Ersten Weltkrieges, ich gehe hier von einer Überbettung während des Zweiten Weltkrieges aus. Die Namen der in Osterholz-Scharmbeck während des Zweiten Weltkrieges verstorbenen Zwangsarbeiter werden damit aber nicht benannt, ein Verstoß gegen das Gräbergesetz. Auch auf dem Jüdischen Friedhof, auf dem nachweislich sowjetische Kriegsgefangene beerdigt wurden, erinnert kein Stein an diese Männer.

Mit besten Grüßen

Dr. Lars Hellwinkel

 

19.3.: E-Mail von Herrn Pallasch (Mitglied der Bürgerfraktionsgruppe in OHZ)

Sehr geehrter Herr Bannow.

Mich erreichte die Anfrage, wie wir zum Thema „Stolpersteine“ stehen. In der Bürgerfraktion und in der Bürgerfraktionsgruppe sind keine Tendenzen zu erkennen zusätzlich zu dem vorhandenen Mahnmal Stolpersteine zu setzen. Die Idee mit den Stolpersteinen ist uns bekannt. Städte die keine eigenen Ideen entwickelt haben können sich natürlich gut bei diesem System einkaufen.

Sicher ist Ihnen das speziell für unseren besonderen Standort entworfene Mahnmal bekannt. Hier stell sich ein stabiler Tisch in den Weg der Fußgänger. In der Innenstadt wird eindeutig erinnert und gemahnt. Nicht nur, dass diese künstlerische Anlage im städtischen Alltag wahrgenommen wird, von hier beginnen viele Aktionen zum Thema „Judenverfolgung“ du speziell zu den Geschehnissen in unsere Stadt. Eine aktive Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern setzt sich in lobenswerter Weise „gegen das Vergessen“ ein.

Auf diese Art und Weise mit dem Thema „Judenverfolgung“ umgehen zu können sind wir stolz. Mit freundlichem Gruß

Mit besten Grüßen

W.Pallasch

 

21.3.: E-Mail von Dr. Lars Hellwinkel (die E-Mail bezieht auf die Stellungnahme von Herrn Pallasch)

Lieber Herr Bannow,

die Argumentation ist mir aus Stade bekannt, Sie sollten an die Schulen herantreten, vielleicht an die IGS OHZ, die uns auch regelmäßig in Sandbostel besucht, wenn Schüler solche Stolpersteine bei ihren Städten beantragen, können die Ratsherren schon fast gar nicht mehr nein sagen.

Außerderm verweise ich erneut auf die Tatsache, dass in OHZ weder die Namen der Zwangsarbeiter auf dem Willehadi- Friedhof, noch die Namen der auf dem Jüdischen Friedhof verscharrten sowjetischen Kriegsgefangenen genannt werden, obwohl die Namen bekannt sind.

Da gäbe es noch so einige Baustellen in OHZ, die mit dem Verweis auf das Mahnmal leider nicht so einfach aus der Welt geräumt werden können.

Mit besten Grüßen

Dr.Lars Hellwinkel

 

21.3.: Antwort der Redaktion Spurensuche auf die Stellungnahme von Herrn Pallasch

Sehr geehrter Herr Pallasch,

ich bedanke mich für Ihre Antwort. Ihre Auffassung das  Städte , die keine Ideen in punkto Erinnerungskultur haben sich in das System Stolpersteine einkaufen, kann ich nicht  nachvollziehen. So gibt es inzwischen in ganz Deutschland rd. 75000 Stolpersteine und Städte bzw. Gemeinden wie Bremen, Hamburg, Lübeck, Bad Schwartau und die Gemeinde Ritterhude haben z.B. sicherlich keine Stolpersteine verlegen lassen, um sich in das System Stolpersteine einzukaufen (in diesen Städten bzw.Gemeinden habe ich im Rahmen von Projekten zur Erinnerungskultur gearbeitet). Falls Sie mir eine Stadt nennen könnten, die sich ins das System Stolpersteine eingekauft hat, wäre ich Ihnen dankbar.

Des weiteren möchte ich anmerken, dass das Gedenken an die Bürger und Bürgerinnen jüdischen Glaubens ein wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur ist, dass aber auch in  der Stadt Osterholz-Scharmbeck z.B Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter umgebracht worden sind und auf dem Willehadi-Friedhof (Zwangsarbeiter) bzw. auf dem jüdischen Friedhof verscharrt worden sind. Meines Erachtens tauchen deren Namen im Rahmen der Erinnerungskultur in OHZ nicht auf. Für diesen Personenkreis wären Stolpersteine z.B. eine angemessene Erinnerungsmöglichkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Bannow

 

22.3.: E-mail von Brigitte Stürmer

Moin Manfred,

Erstens stellt sich das Mahnmal nicht in den Weg der Fußgänger, es ist diskret abseits aufgestellt. Zweitens, diejenigen die sich „lobenswert“ gegen das Vergessen einsetzen sind eher Ältere, ohne die das Thema bald vergessen sein wird. … Drittens, es gibt zu viele Häuser und Geschäfte in OHZ vor denen ein Stolperstein die Erinnerung an eine verlorene Kultur , an Nachbarn und Freunde installiert werden müssten.

Tja, an Jüdisches Leben in OHZ wird sich dann irgendwann niemand mehr erinnern. Auch nicht an die anderen Opfer der Nazi Zeit.

Liebe Grüße

Brigitte

 

6.4.: E-mail von Frau Jordan (Fraktionsvorsitzende der CDU in OHZ)

Guten Tag Herr Bannow,

mir ist Ihre Email vom 01.03., auf welche Sie Bezug nehmen, leider nicht bekannt. Bitte übersenden Sie mir diese, dann werde ich diese Frage gerne in meiner Fraktion besprechen und Ihnen zeitnah eine Antwort zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Marie Jordan

 

7.4.: E-mail von Frau Neuner-Krämer (Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in OHZ)

Guten Tag Herr Bannow,

vielen Dank für Ihre Erinnerung. Im Trubel der Ereignisse ist mir leider Ihre Mail aus dem Fokus geraten, entschuldigen Sie bitte.

Unsere Fraktion unterstützt die erneute Initiative, in unserer Stadt Stolpersteine zu verlegen. Die Argumentation, die seinerzeit zu der Ablehnung im Stadtrat geführt hat, können wir nicht teilen. Die Orte, in denen unsere jüdischen Mitbürger gelebt haben und deren Namen sichtbar zu machen ist gerade in unserer Zeit – und eigentlich zu allen Zeiten- eine wichtiger Schritt, die Erinnerung am Leben zu erhalten.

Im Moment finden allerdings aufgrund der allgemeinen Situation keine Sitzungen der entsprechenden Gremien statt. Sobald der Sitzungsbetrieb wieder aufgenommen wird, würde ich Sie gerne zu unserer Fraktionssitzung einladen um einen entsprechenden Antrag auf den Weg zu bringen.

Herzliche Grüße

Brigitte Neuner-Krämer

 

17.4.: E-Mail von Frau Jordan (Fraktionsvorsitzende der CDU in OHZ)

Aw: Fw: Anfrage zum Thema Stolpersteine

Guten Tag Herr Bannow,

wir haben Ihre Frage in der Fraktion beraten und ich möchte Ihnen gerne eine Rückmeldung geben. Das Thema Erinnerungskultur ist uns sehr wichtig. Gerade auch im Hinblick darauf, dass die Anzahl der Zeitzeugen, die aus eigener Erfahrung aus der Zeit des Nationalsozialismus berichten können, immer mehr abnimmt, ist es wichtig Wege zu finden, die Erinnerung wach zu halten. Bei uns in der Stadt gibt es viele interessante Persönlichkeiten und Schicksale, an denen man das festmachen kann. Die „Stolpersteine“ halten wir aber weiterhin nicht für den richtigen Weg aus den Gründen, die im wesentlichen 2011 schon dargestellt wurden. Wir können aber gerne in den Dialog treten, um über Wege zu diskutieren, wie man die Geschichte der Osterholz-Scharmbecker Juden im Stadtbild sichbarer machen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Marie Jordan

 

19.4.: E-Mail von Herrn Schauer (Fraktionsvorsitzender der SPD in OHZ)

 

Projekt Stolpersteine

Sehr geehrter Herr Bannow,

ich bitte um Nachsicht, dass ich erst heute auf Ihre Anfrage von Anfang März zurückkomme, aber bedingt durch die Coronakrise war mir eine frühere Antwort nicht möglich.Der mahnenden Erinnerung an die Gewaltherrschaft und Verbrechen der NS-Diktatur kommt nach der festen Überzeugung der SPD-Stadtratsfraktion nicht zuletzt angesichts der jüngsten rechtsradikalen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Terroranschläge in Deutschland eine herausragende Bedeutung zu. Ein wesentlicher Beitrag des Gedenkens an Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind, ist das Mahnmal in der Bahnhofstraße. Auf Initiative der SPD-Fraktion wurde 2017 zum Gedenken an die jüngsten jüdischen Mitbürgerinnen aus Osterholz-Scharmbeck, die die Auswirkungen des nationalsozialistischen Terrors nicht überlebten, der Weg zwischen Bahnhofstraße und Am Barkhof in „Geschwister-Rosenhoff-Weg“ benannt.

Auch die 75.000 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig, die inzwischen in ganz Europa an das Schicksal verfolgter und ermordeter Menschen erinnern, leisten einen eindrucksvollen Beitrag gegen das Vergessen. Die SPD-Stadtratsfraktion würde es daher begrüßen, wenn auch in Osterholz-Scharmbeck Stolpersteine an das Schicksal von Menschen aus unserer Stadt erinnern, die Opfer der NS-Gewaltherrschaft geworden sind.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Schauer

 

20.4.: Telefonat mit Herrn Behrens (Fraktionsvorsitzender der Linken in OHZ)

In dem Telefonat wird sich über Formen der Gedenkkultur ausgetauscht und Herr Behrens sagt die Unterstützung seiner Partei für die Verlegung von Stolpersteinen in OHZ zu.

 

26.4.: E-Mail der  Redaktion Spurensuche an Frau Jordan (CDU)

Sehr geehrte Frau Jordan,

danke für Ihre wenn auch leider negative Rückmeldung. Die Kritik an Stolpersteinen kann ich teilweise nachvollziehen, so habe ich z.B. ausführlich mit Matthäus Weiß vom Landesverband der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein über das Für und Wider diskutiert (man tritt auf die Opfer…). Trotz dieser Kritik überwiegt für mich das Argument das Stolpersteine ein nachhaltiger Bestandteil einer möglichst breit aufgestellten Erinnerungskultur sind. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die zeitliche Distanz zur Schreckensherrschaft des NS-Staates immer größer wird. Deshalb bin ich persönlich immer auf der Suche nach Formen der Erinnerung, die dauerhaft in das Alltagsleben eingebaut werden können, eben Stolpersteine oder auch die Webseite Spurensuche Kreis Osterholz. Beide Ansätze sollen aber andere Formen der Erinnerung nicht verdrängen und daher greife ich gerne Ihre Dialog-Idee auf und würde mich freuen, wenn Sie mir die Vorstellungen der CDU-Fraktion in Sachen Erinnerungskultur vorstellen würden.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Bannow

26.4.: E.Mail von Frau Jordan an die Redaktion Spurensuche

Guten Tag Herr Bannow,

ich würde vorschlagen, dass ich Sie, wenn die Situation wieder normaler ist, zu einer Fraktionssitzung einlade und wir dieses Thema gemeinsam besprechen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend!

Viele Grüße

Marie Jordan

 

3.5.: E-Mail von Herrn Schauer (SPD)

Sehr geehrter Herr Bannow,

vielen Dank für die weiteren Infos. Die SPD Osterholz-Scharmbeck möchte sich gerne aktiv an dem Projekt beteiligen. Welche Möglichkeiten sehen Sie dafür?

Beste Grüße

Werner Schauer

 

4.5.: E-Mail von Frau Neuner-Krämer (Bündis90/Die Grünen)

Guten Tag Herr Bannow,

vielen Dank, dass Sie den Antragsentwurf ausarbeiten. Wenn wir diesen von Ihnen bekommen haben, melde ich mich bei Ihnen . Sollten wir zusätzliche Punkte anregen, können wir das am besten anhand des dann vorliegenden Entwurfes besprechen.Die nächsten Ratssitzungen sind am 9.7. und dann wieder am 17.12. Sicher wäre es sinnvoll, den Antrag vorab im Fachausschuss zu beraten. Sobald der Antragsentwurf vorliegt, würden wir Sie und Herrn Oberstech zur Fraktionssitzung einladen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Herzliche Grüße

Brigitte Neuner-Krämer

 

8.5.: E-Mail der Redaktion Spurensuche an SPD, die Linke und Bündnis 90/Die GRÜNEN mit der Bitte um Rückmeldung

Antragentwurf auf Genehmigung für das Verlegen von STOLPERSTEINEN im

öffentlichen Raum der Stadt Osterholz-Scharmbeck:

Der Rat der Stadt Osterholz-Scharmbeck erteilt die Genehmigung für die Verlegung von STOLPERSTEINEN im öffentlichen Raum der Stadt Osterholz-Scharmbeck. STOLPERSTEINE sollen als Erinnerung an die Bürger und Bürgerinnen verlegt werden, die in Osterholz-Scharmbeck Opfer durch die Verfolgung durch die Nationalsozialisten wurden.

STOLPERSTEINE stellen dabei einen Bestandteil einer möglichst breitgefächerten Erinnerungskultur in der Stadt Osterholz-Scharmbeck dar.

Die Finanzierung der Verlegung von Stolpersteinen erfolgt durch Spenden.

Begründung:

In Osterholz-Scharmbeck sind Menschen mit unterschiedlichen Schicksalen in der NS-Zeit deportiert, gestorben oder ermordet worden. Dazu liegen Informationen über jüdische Bürger/innen vor, die in Konzentrationslagern umgebracht worden sind. Zwangsarbeiter/innen sind im Lager der Firma Drettmann umgekommen. Der Fahnenflüchtige Kurt Albrecht wurde in Osterholz-Scharmbeck erschossen und es gibt erste Informationen über Euthanasie-Opfer, die in Osterholz-Scharmbeck gelebt haben.

Durch die Verlegungen von Stolpersteinen für diese Opfer des Nationalsozialismus soll ihr Name wieder in den Alltag der Stadt zurückkehren und so nachhaltig im Alltag an sie erinnert werden.

 

11.5.: E-Mail von Herbert Behrens (Die Linke)

Lieber Manfred,

vielen Dank für die Übersendung des Antragsentwurfs.

Wir beraten in unserer Fraktionssitzung am kommenden Donnerstag, 14. Mai, darüber. Einen ersten Wunsch möchte ich allerdings schon mal äußern. Du schreibst in der Begründung:

Der Fahnenflüchtige Kurt Albrecht wurde in Osterholz-Scharmbeck erschossen …

Diese Formulierung wird den schrecklichen Umständen der Ermordung Albrechts nicht gerecht. Die Exekution der 17-Jährigen im Angesicht der britischen Truppen sozusagen ist ein feiger Mord, ausgeführt von Soldaten eines Unrechtsregimes. Sich auf den Straftatsbestand Fahnenflucht zu berufen, war zu dem Zeitpunkt mit nichts mehr zu rechtfertigen.

Es sollte besser heißen:

Der 17-jährige Kurt Albrecht wurde nur wenige Tage vor der bedingungslosen Kapitulation Hitler-Deutschlands in Osterholz-Scharmbeck ermordet.

Ich melde mich am Freitag.

Gruß

Herbert Behrens

 

 

Der folgende Antrag, zur Verlegung von Stolpersteinen in Osterholz-Scharmbeck,  wird von der SPD, den Linken und Bündnis 90/Die GRÜNEN als gemeinsamer Antrag in die die Ratssitzung am 9.7. eingebracht werden:

Der Rat der Stadt Osterholz-Scharmbeck erteilt die Genehmigung für die Verlegung von STOLPERSTEINEN im öffentlichen Raum der Stadt Osterholz-Scharmbeck. STOLPERSTEINE sollen als Erinnerung an die Menschen verlegt werden, die in Osterholz-Scharmbeck Opfer durch die Verfolgung durch die Nationalsozialisten wurden. STOLPERSTEINE stellen dabei einen Bestandteil einer möglichst breitgefächerten Erinnerungskultur in der Stadt Osterholz-Scharmbeck dar.

Die Finanzierung der Verlegung von Stolpersteinen erfolgt durch Spenden.

Begründung:

In Osterholz-Scharmbeck sind Menschen mit unterschiedlichen Schicksalen in der NS-Zeit deportiert, an Misshandlungen gestorben oder ermordet worden. Dazu liegen Informationen über jüdische Bürger/innen vor, die in Konzentrationslagern umgebracht worden sind. Zwangsarbeiter/innen sind im Lager der Firma Drettmann umgekommen.  Der 17-jährige Kurt Albrecht wurde nur wenige Tage vor der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Osterholz-Scharmbeck hingerichtet.  Außerdem gibt es erste Hinweise auf Euthanasie-Opfer, die in Osterholz-Scharmbeck gelebt haben.

Durch die Verlegungen von Stolpersteinen für diese Opfer des Nationalsozialismus soll ihr Name wieder in den Alltag der Stadt zurückkehren und so nachhaltig im Alltag an sie erinnert werden.

 

Ratsbeschluss vom 9.7.2020:

Auf der Ratssitzung am 9.Juli ist mehrheitlich beschlossen worden, dass die Verlegung von Stolpersteinen im öffentlichen Raum in Osterholz-Scharmbeck möglich ist. Dafür haben die Fraktionen der Linken, der SPD, Bündnis90/DieGRÜNEN und die CDU gestimmt. Die Bürgerfraktion hat sich der Stimme enthalten. Um das Projekt  für ie Stadt Osterholz-Scharmbeck umzusetzen werden weitere Unterstützer/innen gesucht, die sich  u.a.auch an einer möglichen Vereinsgründung mit dem Namen Stolpersteininitiave Osterholz-Scharmbeck e.V.  beteiligen würden.

 

 

Stolpersteine Osterholz-Scharmbeck – Paten  für Stolpersteine gesucht!

Nachdem auf der Ratssitzung vom 9.7. der Weg für die Verlegung von Stolpersteinen in Osterholz-Scharmbeck freigemacht worden ist, werden Paten und Unterstützer für das Stolperstein-Projekt gesucht. Nach Rücksprache mit Frau Anne Warda, die die Termine für Stolperstein-Verlegungen organisiert, ist die Verlegung von ersten Stolpersteinen in Osterholz-Scharmbeck im Sommer 2021 möglich. Um dies zu verwirklichen werden jetzt zum einen Paten gesucht, die mit einer Spende einen Stolperstein ermöglichen.  Die Kosten für einen Stolperstein belaufen sich auf 120 Euro. Für die Fertigstellung eines Stolpersteins und die Organisation der Verlegung bedarf es einer Vorlaufszeit von etwa einem ¾ Jahr.

Zum anderen werden Unterstützer/innen gesucht, die sich an Recherchearbeiten und der der Organisation des Stolperstein-Projekts beteiligen.

Für Spenden bzw. die Übernahme von Patenschaften gibt es bis auf weiteres folgendes Spendenkonto des Webportals Spurensuche Kreis Osterholz 1933-1945:

Heimat- u. Bürgerverein Ritterhude e.V., Sparkasse Rotenburg Osterholz

IBAN: DE69 2415 1235 0000 4026 93

Stichwort: Spurensuche Kreis Osterholz/Stolpersteine Osterholz-Scharmbeck