Das Gemeinschaftslager Ritterhude (Sandberglager)Am Großen Geeren

1. April 1941
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Spätestens mit Kriegsbeginn herrschte im 3.Reich ein Arbeitskräftemangel.  Die Folge war, dass das NS-Regime mehr und mehr auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen war. Im November 1942 waren gut 4,6 Mio.  ausl. Arbeitskräfte in Deutschland eingesetzt. 1944 äußerte sich Sauckel, Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz im Deutschen Reich,  dahingehend, dass von den 5 Mio. ausl. Arbeitern keine 200000 freiwillig gekommen wären.

Im April 1941 beginnt die Planung eines Lagers für ausländische Arbeiter in der Gemeinde Ritterhude auf Initiative der Stadt Bremen. In einem Schreiben an den Landrat des Kreises Osterholz heißt es, dass in Bremen zusätzliche Arbeitskräfte von außerhalb eingesetzt werden müssten, u.a. zwecks Beseitigung der Bombenschäden.  Weiter heißt es: „Das Stadtplanungsamt Bremen hat geeignetes Gelände für die Errichtung weiterer Läger nicht mehr verfügbar. Bei der Errichtung der Läger muss weiter darauf Bedacht genommen werden, dass die Transportmöglichkeiten zwischen Gemeinschaftsläger und Arbeitsstellen vorhanden sind. In der Gemeinde Ritterhude ist ein Ödlandgelände (Am Sandberg) in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, dass sich für die Errichtung eines Gemeinschaftslagers eignen würde.“…  (1)

Der Landrat des Kreises Osterholz und die Gemeinde Ritterhude stimmten nach verschiedenen Schriftwechseln dem Bau des Gemeinschaftslagers zu. Mitte 1941 entstanden Am Sandberg 10 Mannschaftsbaracken, 1 Wirtschaftsbaracke, 1 Verwaltungsbaracke, 1 Waschbaracke und 4 Abortbaracken. Ende 1941 übernahm die Deutsche Arbeitsfront die Organisation des Lagers.

Zwischen 1941 bis 1945 wurden unter anderem ausgebombte Bremer, tschechische Zwangsarbeiter und Anhänger der Nationalsozialistischen Bewegung aus Holland  im Lager untergebracht. Hinzu kam eine kleine Anzahl von Zwangsarbeitern aus verschiedenen Ländern und 1944 wurde angedacht, Kinder von Ostarbeiterinnen in einer Baracke unterzubringen.

Autor: Manfred Bannow

Anm.:

(1) Bremer Staatsarchiv: Bestand 4,29-1-1385

Weiterführende Literatur:

Ulrich Herbert, Fremdarbeiter, Bonn 1999

Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (Hg.), geraubte Leben Zwangsarbeiter berichten, Köln 2008

 

 

 

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