Kurt Albrecht/Osterholz-Scharmbeck

28. April 1945
Kurt Albrecht Weg, Osterholz-Scharmbeck
Schlagwörter ,

Am 28.4.1945 verurteilte ein Feldgericht in Osterholz-Scharmbeck, unter Leitung des Marineoberstabsrichters Dr. Kurt Göller, den Marinesoldaten Kurt Albrecht wegen Fahnenflucht zum Tod.  Am Abend , um 20.24 Uhr,  wurde Kurt Albrecht auf dem Schießplatz des  Scharmbecker Schützenvereins hingerichtet. Wenige Tage später war der Krieg vorbei.

Kurt Albrecht war im Sommer 1944 zum Kriegsdienst eingezogen worden.  Am 23.4.1945 setzte er sich bei Rotenburg (Wümme) von seiner Einheit, der 2.Infanterie  Marine-Division, ab mit dem Ziel, zu seinen Eltern  in der Pfalz zu kommen. Ein Posten der Wehrmacht nahm Kurt Albrecht wegen fehlender Papiere fest. Nach einem Fluchtversuch wurde er wieder festgenommen. In einem Verhör gestand Albrecht, dass er zu seinen Eltern fahren wollte.

In der Urteilsbegründung durch Dr. Kurt Göller stellte dieser fest, dass nur die Todesstrafe in Frage käme, da die wachsende Zahl von fahnenflüchtigen Soldaten die Manneszucht, sprich die unbedingte Unterordnung unter Befehle,  immer mehr untergraben würde.

Die Bitte von Kurt Albrecht, die Todesstrafe in eine mildere Bestrafung umzuwandeln, wurde nicht berücksichtigt.

Autor: Manfred Bannow

Weitere Informationen zu Kurt Albrecht sind unter www.geschichtsatlas.de vorhanden.

Literaturempfehlungen zum Thema Militärjustiz im 3.Reich:

Nobert Haase, „Gefahr für die Manneszucht“ – Verweigerung und Widerstand im Spiegel der Spruchtätigkeit von Marinegerichten in Wilhelmshaven (1939-1945), Hannover 1996

Manfred Messerschmidt, Die Wehrmachtjustiz 1933-1945, Zürich 2005

 

Kommentieren Sie den Beitrag

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.